Auftragsstatus
Persönliche Beratung
044 802 90 31

Mein Konto

Bitte wählen Sie...
Beim Abmelden werden alle nicht gespeicherten Projekte und Ihr Warenkorb aus Sicherheitsgründen gelöscht.

Immer auf der Suche nach dem perfekten Motiv

Wie ein Berner Hobbyfotograf die Schönheit der Schweizer Landschaften und Städte einfängt

Der Berner Thomas Jordi gewinnt mit seinem Foto «Bern City» den Fotowettbewerb «Entdeckungsreise durch die Schweiz». Der von dem TCS und CEWE initiierte Partnerwettbewerb fand im Rahmen des internationalen CEWE Photo Award statt. Im Interview erzählt der Gewinner, wo das Foto entstanden ist, und gibt uns Einblicke in seine Heimat Bern und die Liebe zur Schweiz.

Wir freuen uns dich kennenzulernen. Erzähle uns gerne kurz etwas zu dir. 

Mein Name ist Thomas Jordi. Ich wohne in Säriswil, das ist in der Gemeinde Wohlen in der Nähe der Stadt Bern. Es ist eine ländliche, aber stadtnahe Gemeinschaft. Dort lebe ich mit meiner Frau und meinem Sohn. Seit 25 Jahren arbeite ich bei der Berufsfeuerwehr der Stadt Bern als Feuerwehrmann. In meiner Freizeit mache ich sehr viel Sport. Ich bin viel mit dem Velo unterwegs, sei es mit dem Mountainbike oder mit dem Rennrad, und bin einfach sehr gerne in der Natur. Das Fotografieren ist meine grosse Leidenschaft, die sich gut mit dem Wandern und  Velofahren verbinden lässt.

Portrait Thomas Jordi
Portrait Thomas Jordi

Wir gratulieren dir herzlich zum 1. Platz. Aus über 1500 Bildern wurde dein Foto zum Gewinner gewählt. Wie hast du reagiert, als du davon erfahren hast?

Ich konnte es erst gar nicht glauben. Ausgerechnet der erste Platz! Das hat mich riesig gefreut und stolz gemacht. Es ist eine tolle Bestätigung, dass die Bilder auch bei anderen Personen gut ankommen. Meine Familie hat sich sehr für mich gefreut; mein Sohn hat mir zum Beispiel gesagt, dass er stolz auf mich ist. Das hat mich sehr berührt.  

Als ich gesehen habe, welches meiner eingereichten Bilder gewonnen hat, habe ich mich ganz besonders gefreut. Für mich ist das eine sehr spezielle Aufnahme. Ich hatte im Vorhinein diese Bildkomposition in meinem Kopf und bin dann, als die Bedingungen es hergaben, extra für dieses Foto losgefahren.

Bern City © Thomas Jordi
Bern City © Thomas Jordi

Wie und wo ist das Gewinnerfoto entstanden? 

Ich wollte die Stadt Bern unbedingt mit Schnee auf den Dächern fotografieren. In Bern bleibt der Schnee nicht oft liegen – und wenn doch, hält er sich meist nicht besonders lange. Man braucht also gutes Timing. An diesem Tag war das Glück auf meiner Seite. Ich weiss noch, wie ich an dem Tag den Wetterbericht geprüft habe und wegen des bewölkten Wetters auf einen schönen Sonnenuntergang hoffte. Ich habe mir dann meine Kamera geschnappt und mir gesagt: Entweder jetzt oder nie!  

Von der Region Rosengarten, wo ich das Foto aufgenommen habe, hat man eine schöne Aussicht auf die Stadt Bern. Ich war ein wenig unterhalb des Aargauerstalden auf dem Fussweg. Dort ist man schön nah an der Stadt. Das Foto habe ich mit meiner Nikon Z6 Kamera aufgenommen und dabei Filter benutzt. Die Idee mit der Sonne ist währenddessen entstanden: Zu dem Zeitpunkt war die Sonne gerade am Untergehen. Gegen die Sonne zu fotografieren ist nicht immer ratsam, aber an diesem Abend stand sie so tief, dass ich einen Sonnenstern einfangen konnte. Dafür habe ich eine hohe Blendenzahl gewählt.  

Hast du gleich gewusst, dass das ein spezielles Foto wird?

Nein. Ich kontrolliere meine Fotos zwar immer vor Ort, schau sie mir an und prüfe ob die Qualität gut ist oder ob ich noch ein paar machen sollte. Als ich das Foto gesehen habe, konnte ich erahnen, dass daraus ein tolles Bild entstehen wird. Der dramatische Himmel mit den Wolken und das Zusammenspiel mit dem Schnee auf den Dächern gefiel mir sehr gut. Zuhause auf dem Computer hat sich das bestätigt. Da war mir dann bewusst, dass es ein wirklich gutes Foto geworden ist.  

Was bedeutet das Foto für dich?

Für mich zeigt dieses Foto ein Stück Heimat. Ich bin in dieser Region aufgewachsen und verbinde sehr viele Erinnerungen mit dieser schönen Stadt. 

Dieser spezielle Aufnahmeort ist ausserdem mein Lieblingsort in Bern. Ich bin an diesem Spot wirklich sehr oft und habe dort über die Jahre immer wieder Fotos zu den unterschiedlichen Jahreszeiten aufgenommen. Sei es vom Rosengarten, wenn die Kirschblüten blühen oder im Herbst, wenn sich die Bäume um die Stadt herum verfärben. Daher wollte ich auch unbedingt ein Foto im Winter mit verschneiten Dächern. Für mich ist das ein Ort, an den ich immer wieder zurückkehre und wo ich auch bestimmt noch in Zukunft einige Fotos machen werde.

Bern © Thomas Jordi
Bern © Thomas Jordi

Du hast noch viele weitere Bilder eingereicht. Bist du viel hier in der Schweiz zum Fotografieren unterwegs?

Die Schweiz bietet unzählige viele schöne Orte, verteilt über alle Kantone. Ich suche mir gerne vorab ein Sujet oder ein Motiv aus, welches ich fotografieren möchte. Sei es ein Bergsee, ein Wasserfall oder ein Schloss. Ich bin immer auf der Suche nach irgendetwas Spannendem oder nach einem Motiv, das noch nicht so bekannt ist. Es gibt einige Motive an Bergseen oder Wasserfällen, die weltbekannt sind – ich möchte aber lieber etwas fotografieren, das man noch nicht so oft gesehen hat. Die Suche nach solchen Fotospots macht mir Spass. Da die Schweiz nicht sehr gross ist, hat man die Möglichkeit, alles relativ zeitnah zu erreichen.  

Was schätzt du an unserer schönen Schweiz besonders?

Die Schweiz ist meine Heimat. Schon als Kind bin ich mit meiner Familie in den Bergen unterwegs gewesen. Bereits damals bin ich gerne gewandert und auch heute bin ich immer noch oft und gerne in den Bergen unterwegs. Ich liebe die Natur und die Berge. Das Grossartige an der Schweiz ist, dass sie zum einen die Vielseitigkeit der Seen, Berge und Wasserfälle bietet und zum anderen schöne Städte hat wie Bern, Thun oder Zürich.

Bergsee im Berner Oberland © Thomas Jordi
Bergsee im Berner Oberland © Thomas Jordi

Wie suchst du deine Fotospots aus?

Die meisten Orte entdecke ich durch Zufall, wenn ich zum Beispiel mit dem Velo unterwegs bin. Ich sehe dann zum Beispiel einen Baum oder ein Sujet, was mein Interesse weckt und sich dann in meinem Kopf zu einer Fotoidee entwickelt. Zu einem späteren Zeitpunkt, wenn das Licht und die Stimmung passend sind, kehre ich zum Fotografieren an die Stelle zurück. Auch während meiner Wanderungen finde ich immer wieder tolle Motive. Manchmal suche ich auch im Internet gezielt nach Landschaften, die ich mal erkunden möchte – ich bin eigentlich ständig auf der Suche nach inspirierenden Sujets. 

Gibt es bei uns in der Schweiz bestimmte Motive, die du unbedingt noch fotografieren möchtest?

Ja, ich habe noch sehr viele Ideen, eine ganze Liste. Mit der Liste bin ich noch ein paar Jahre beschäftigt (lacht). Es gibt noch viele Wanderungen, die ich machen möchte und viele Orte, die ich in der Schweiz besuchen möchte. Ich habe mir ausserdem für verschiedene Jahreszeiten gezielte Spots herausgesucht: Es gibt Regionen, die möchte ich gerne im Herbst fotografieren, wenn sich die Bäume verfärben. Zum Beispiel das Wallis, wenn sich beim Föhn der Himmel in ein goldenes Orange färbt und man im Hintergrund noch weisse Berge sehen kann. Eine Winterlandschaft möchte ich auch gerne noch fotografieren, zum Beispiel den Gantrisch. 

Wie bist du zur Fotografie gekommen?

Ich habe schon immer gerne fotografiert. Vor Jahren habe ich mit meinem Kollegen eine Islandreise gemacht und dort sind wir gemeinsam zur Fotografie gekommen. Wir haben uns zusammen vieles selbst angeeignet und ab diesem Moment war die Fotografie für mich eine richtige Leidenschaft, die bis heute anhält.  

Mittlerweile bin ich seit acht Jahren in der Fotografie unterwegs und habe in der Zeit vieles gelernt. Ich mache das nicht professionell, sondern wirklich nur als Hobby. Es gibt bei mir vor allem Landschaftsfotografie, aber auch die Stadtfotografie gehört zu meinen Lieblingsbereichen. Hier, wo ich wohne, kann ich beides sehr gut ausüben. Zum einen bietet die Stadt Bern sehr viele schöne Motive für die Stadtfotografie. Das Berner Oberland hingegen, wo ich immer gerne Wanderungen unternehme, ist optimal für die Landschaftsfotografie.  

Auch mit meinem Kollegen bin ich weiterhin noch gemeinsam unterwegs. Wir versuchen, jedes Jahr eine Fotoreise im Ausland zu machen und waren zum Beispiel schon in Norwegen, Island oder auf Teneriffa unterwegs. Aber natürlich auch in der Schweiz, hier gibt es viele andere schöne Kantone, die wir bereisen und fotografieren.

Milchstrasse © Thomas Jordi
Milchstrasse © Thomas Jordi

Was bedeutet die Fotografie für dich?  

Für mich ist sie ein Ausgleich zu meinem Beruf, da ich gerne in der Natur unterwegs bin und ich das Fotografieren mit dem Wandern kombinieren kann. Ich habe zudem sehr viel Freude daran, Fotoreisen oder ein langes Wochenende in den Bergen zu planen – entweder allein oder zusammen mit einem Kollegen. Die Fotografie bedeutet mir daher sehr viel.  

Hast du einen schönsten fotografischsten Moment, an den du dich gerne zurückerinnerst?

Es gibt einige Fotos, wo ich beim Anschauen nicht nur das Foto sehe, sondern die Geschichte dahinter. Ein spezielles, was mir gerade in den Sinn kommt, ist ein Bild in Island. Mein Kollege und ich hatten dort ein Traumsujet beim Vestrahorn. Die Nacht war sternenklar und wir hatten das Glück, dass Polarlichter auftauchten. Wir fotografierten uns dort, an unserem Lieblingsspot, in einmaliger Kulisse. Das war unvergesslich und bleibt uns beiden für immer in Erinnerung.

Island © Thomas Jordi
Island © Thomas Jordi

Inwiefern spielt in solchen Fällen das Glück eine Rolle?

Da gehört definitiv eine Menge Glück dazu. Gerade bei einer Fotoreise sind die Wetterbedingungen sehr ungewiss, da man diesen Trip bereits Monate zuvor bucht. Wir haben auch schon anderes erlebt, wo wir kein Glück hatten. Da sind wir beim Fotospot angekommen und das Wetter war so schlecht, dass wir kein einziges Foto machen konnten. Das passiert natürlich auch, aber das gehört in der Landschaftsfotografie eben dazu. Das Wetter muss auch nicht immer perfekt sein: Ich liebe es zum Beispiel, bei bewölktem Sonnenuntergang oder -aufgang zu fotografieren. Das ergibt für mich das beste Setting und ich liebe die dramatische Stimmung, die dadurch erzeugt wird. In meinen Augen entstehen so die spannendsten Bilder.

Deine Fotos erkennt man oft an deinem Bearbeitungsstil, der sie von anderen Bildern abhebt. Wie hast du deinen eigenen Stil entwickelt?

Dass man meine Fotos erkennt, ohne zu wissen, dass sie von mir gemacht wurden, habe ich tatsächlich schon von einigen gehört. Mein Bearbeitungsstil ist wahrscheinlich wie eine Handschrift und ich gehe beim Bearbeiten auch immer genau gleich vor. Dadurch entsteht dieser Wiedererkennungswert. Ich fotografiere in RAW und bearbeite meine Bilder im Anschluss. Das bedeutet, dass meine Kamera keinerlei Bearbeitung vornimmt, anders als wenn man zum Beispiel mit dem Smartphone fotografiert. Beim Fotografieren in RAW hat man den Vorteil, dass man gezielt viel mehr aus den Bildern rausholen kann, zum Beispiel bei der Sättigung, bei der Helligkeit oder Belichtung. Man sieht meinen Fotos an, dass sie bearbeitet sind, aber ich verändere keine Bildelemente. Die Bildbearbeitung ist auch immer Geschmacksache – dem einen gefällt es, dem anderen nicht.

Drei Bilder mit dem gleichen Bearbeitungsstil im Vergleich
Drei Bilder mit dem gleichen Bearbeitungsstil im Vergleich

Hat sich dein Bearbeitungsstil über die Jahre verändert?

Ja, definitiv. Vor acht Jahren waren meine Bilder noch sehr bunt. Das gefällt mir selbst heute nicht mehr, da es mir zu knallig und kontrastreich ist. Heute mag ich meine Bilder immer noch farbig, aber nicht mehr so übertrieben wie in den Anfängen. Eventuell wird sich mein Stil in den nächsten Jahren noch verändern, aber aktuell gefällt mir das sehr gut. Und wenn meine Fotos auch bei anderen gut ankommen, freut mich das natürlich sehr.

Mit den Jahren hast du bestimmt tausende Fotos gemacht. Hast du ein Lieblingsfoto?

Das ist schwer zu sagen. Da gibt es einige Bilder, die mir wirklich gut gefallen und bei denen alles gepasst hat. Es gibt auch Bilder, wo ich selbst mit drauf bin, die ich sehr mag. Eines davon ist am Bachalpsee aufgenommen. Eigentlich ein typischer Foto-Hotspot, aber für mich hat dieser Ort eine Bedeutung, da ich bereits als Kind in der Region dort unterwegs war. Zudem hat an dem Tag von den Bedingungen alles gepasst und die Stimmung war perfekt.

Bachalpsee © Thomas Jordi
Bachalpsee © Thomas Jordi

Was machst du aus deinen Fotos?

Fotos bedeuten mir sehr viel. Wir haben im ganzen Haus Bilder hängen. Sei es im Wohnzimmer, im Treppenhaus, im Büro... Am besten gefallen mir gerahmte Poster oder Alu-Dibond-Prints, dafür wähle ich die Fotos jeweils sehr sorgfältig aus. Die haben dann auch eine gewisse Grösse, damit sie gut wirken.

Ich mache ausserdem jedes Jahr ein Jahrbuch von der Familie, aber auch einen Rückblick auf mein fotografisches Jahr. So kann ich meine Fortschritte beobachten und zum Beispiel schauen, wie meine Bilder von vor sieben Jahren aussahen. Ich finde es schön, dass ich durch die Fotobücher meine eigene Entwicklung beobachten kann.

Blättern Sie im CEWE FOTOBUCH von Thomas Jordi

Zu Weihnachten verschenke ich auch manchmal meine Fotos, zum Beispiel als Kalender mit Ansichten aus Bern, aber auch mit Familienfotos für die Grosseltern – am liebsten arrangiere ich die Fotos passend zu den Jahreszeiten.

Hast du zum Abschluss noch einen Ratschlag für Fotografie-Anfänger?

Das Wichtigste ist die Freude am Fotografieren. Für mich als Landschaftsfotograf ist ausserdem entscheidend, zu welcher Uhrzeit man fotografieren geht. Bei Sonnenuntergang oder Sonnenaufgang ist das Licht oft am schönsten, sodass die besten Bilder entstehen. Das richtige Licht macht so viel aus. Die goldene Stunde würde ich daher jedem empfehlen. Das bedeutet aber nicht, dass man nicht am Tag fotografieren kann. Auch wenn es bewölkt ist und die Stimmung passt, können tagsüber tolle Fotos entstehen.

Vielen Dank für das inspirierende Interview!

Folgen Sie Thomas Jordi auf Instagram: @tomjordi76

Inspirationen für Ihr nächstes Geschenk

Das machen Sie aus Ihren schönsten Fotos